Nestroy im Werkschulheim Felbertal

Die beiden 7. Klassen spielen eine Nestroy-Collage

Am Mittwoch, 6. März, steht das WSH ganz im Zeichen des Oberstufen-Theaters – geboten sollen Szenen aus 5 Nestroy-Theaterstücken werden, die in einem 4-tägigen Workshop mit den Theaterpädagoginnen und Deutschlehrerinnen, Fr. Aigner und Fr. Killingseder, einstudiert wurden.

Wir sehen den lustigen Nestroy, aber auch den revolutionären, kritischen Geist Nestroys - kommentiert wird das Ganze durch die Rolle des Erzählers, Historikers und v.a. durch Nestroy selbst. Die Schülerinnen und Schüler zeichnen sich durch einen hohen Einsatz in den verschiedenen Bereichen aus, insbesondere die viele Technik im Hintergrund ist da zuerst zu nennen. Die Jugend schnuppert Theaterluft und sieht sehr wohl viel Arbeit, die hinter so einem Projekt steckt, aber auch den Spaß beim Einstudieren und Erproben dieses Stückes!

Edith Killingseder

 

Ein Abend mit Nestroy

Zu Beginn meiner kurzen Reflexion möchte ich gleich mal loswerden, dass mir leicht bis mittelschwer schwindlig wurde, da ich als Quereinsteiger vom Theater komme, als ich erfuhr, dass wir nur 3 ½ Tage für unser Theatervorhaben haben. Ja, ich gebe zu, ich hielt eine gelungene Umsetzung in so kurzer Zeit für unmöglich. Was ich dann aber innerhalb dieser 3 Tage erlebt habe, war wohl das bisher Schönste, was ich in meinen letzten 3 Jahren am Werkschulheim erleben durfte. Die Freude, der enorme Einsatz, die die Schüler an den Tag gelegt haben, war unglaublich. Es wurden Filmsequenzen gedreht, es wurde geschnitten, es wurde unermüdlich geprobt und an den Szenen, wie an Bühnenbildern oder der Technik gefeilt. Aber nicht, weil ich als strenge Deutschlehrerin dahinterstand, sondern weil die Schüler so viel Spaß daran hatten. Diese Freude und dieser Enthusiasmus haben mich unglaublich begeistert und mir abermals aufgezeigt, dass wir wirklich eine besondere Schule mit ganz besonderen Schülern sind.

Um einen kurzen Einblick in meine Arbeit zu geben, möchte ich gerne festhalten, dass ich mit einer Textanalyse begonnen habe, wie ich sie vom Theater kenne. D.h. die Schüler sollten erfahren, dass hinter jedem Satz eine Absicht und ein Handeln steht. „Was will die Figur erreichen, mit dem, was sie wann wie sagt?“ Wir haben auf diesem Wege erfahren, dass kein Mensch irgendwas sagt, ohne was zu tun oder zu wollen. In diesem Zusammenhang haben wir auch mal außerhalb des Deutschunterrichts Sprache auf ihre Funktion und Absicht untersucht. Weil es mir als Deutschlehrerin ein großes Anliegen ist, immer wieder aufzuzeigen, dass Sprache ein Werkzeug ist.

Im Anschluss daran, haben wir uns an die szenischen Proben gewagt und uns Fragen gestellt, wie z.B. „Wie sieht eine Figur aus, wie steht eine Figur im Raum, die so- und nicht anders spricht? Was sagt die Art und Weise, wie er mit Sprache umgeht über einen Menschen aus?“

Dass ich mich für meinen Teil des Abends für das Stück Freiheit in Krähwinkel entschied, ist dem Umstand geschuldet, dass kaum ein Mensch viel vom politischen Nestroy weiß. Wusste man zwar Zeit seines Lebens wenig vom privaten politischen Denker Nestroy, so sind aber seine Texte durchaus auch politische Kritik am System unter Metternich zu verstehen. Erst mit dem Fall der Zensur Regelung war es ihm möglich, vieles deutlicher zu äußern und immer lauter Kritik zu äußern. So ist Freiheit in Krähwinkel als Politposse zu interpretieren. Ich persönlich halte es für wichtig, dass Schüler die Verbindung aus politischem und gesellschaftskritischem Denken und der Literatur erkennen, besonders in einer Zeit, die stark unter dem Einfluss sozialer Medien steht.

Viel mehr an Worten mag ich Ihnen an dieser Stelle nicht mehr zumuten, es bleibt mir nur ein großes Lob und einen großen Dank an meine 7a auszusprechen, die so unermüdlich mit mir gearbeitet hat. Ja, es war in der Tat- ein MITEINANDER! Wir hatten wirklich unglaublich schöne Tage, anstrengend, aber unglaublich schön! Liebe 7a, ich danke Euch von ganzem Herzen!

Catherine Aigner

 

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